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Hörtrainingsprojekt Rhein-Neckar

Hörtrainingsprojekt Rhein-Neckar

Nun feierten auch die Aktiven des Hörtrainingsprojekts Rhein-Neckar ihren erfolgreichen Abschluss. 

Ein Hörtrainings-Projekt für Cochlea-Implantat-Träger zum besseren Hörverstehen

Chorkonzert am Samstag, 20. Oktober 2018 im Kammermusiksaal der Stadthalle Heidelberg 

Veranstalter
  • Selbsthilfegruppe CI Neustadt – Pfalz – Bad Dürkheim
    im Cochlear Implant Verband Hessen-Rhein-Main e. V. 

  • SHG-Leiterin: Sieglinde Wetterauer 
  • Projektleitung: Dipl.-Päd. Sascha Roder M. A. 

  • Teilnehmer: 12 Cochlea Implantat – bzw. Hörgeräte – versorgte Menschen 

Bereits das Konzept des Hörtrainingsprojektes las sich spannend und bedeutete für höreingeschränkte Menschen mit Cochlea-Implantat-Versorgung eine einzige Herausforderung. In vier Hörtrainingsabschnitten sollten den Teilnehmern im Zeitraum März bis Oktober 2018 über Rhythmusgefühl und Raumerkundung, Körperwahrnehmung und Erschließung von Räumen, Instrumente erfassen und differenzieren sowie den eigenen Klang erzeugen und verstehen „Musik erleben" vermittelt werden. Erstmals wurden damit Rhythmus, Klangfarbe, Bewegung und Sprache in einem zusammenhängenden Hörtrainingskonzept für Menschen mit Cochlea-Implantat vereint. Professionelle Unterstützung gewährleistete Ideengeber und organisatorischer Leiter, Dipl.-Pädagoge Sascha Roder. Gefördert wurde das Projekt durch die Dietmar-Hopp-Stiftung.

12 Cochlea-Implantat - versorgte Menschen nahmen diese Herausforderung an und konnten am 20. Oktober 2018 mit einem gelungenen öffentlichen Chorauftritt im Kammermusiksaal der Stadthalle Heidelberg den erfolgreichen Abschluss zu diesem außergewöhnlichen Projekt feiern. Unter der musikalischen Leitung des Gesangspädagogen und Stimmbildners Johannes Wilhelmi und eingerahmt in ein großartiges Konzert des Streicherquartetts „Cela Sonne Bien" mit Stücken der Komponisten Ennio Morricone, Edward Elgar, Claude Debussy, W. A. Mozart, J. S. Bach und Robert Schumann wurden vor rund 120 Zuschauern deutschsprachige Klassiker kraftvoll intoniert. Die Begeisterung und der Applaus zeigten, dass der Geschmack des Publikums mit dieser musikalischen Symbiose auf den Punkt getroffen war.

Sascha Roder, organisatorischer Leiter des Projektes, begrüßte die Gäste zunächst in koreanischer Sprache und vermittelte so eindrucksvoll den bedeutsamen Unterschied zwischen Hören und Verstehen. Sieglinde Wetterauer, Leiterin der SHG CI Neustadt – Pfalz – Bad Dürkheim und Initiatorin des Projektes, betonte die Bedeutung des guten Hörens und Verstehens als unersetzlichen Bestandteil des sozialen Lebens. Sie bedankte sich bei allen Aktiven für die tolle Beteiligung und bei der Dietmar-Hopp-Stiftung für die finanzielle Unterstützung. Ein ganz besonderer Dank aber ging an die Gäste des Konzerts, die mit ihrem Besuch ihr ehrliches Interesse und ihre Anteilnahme an der Lebenssituation höreingeschränkter Menschen zeigten.

Auch die Chormitglieder waren rundum zufrieden. Die Motivation, sich in Zukunft auf neue und unbekannte Aktivitäten einzulassen, stieg mit jedem Trainingsschritt. Sowohl Körperwahrnehmung als auch Körperpräsenz bekamen eine völlig neue, positive Bedeutung. Und keiner wollte in Zukunft auf die wiedergewonnene Freude an Musik verzichten. Einhellig empfanden es alle als eine tolle Erfahrung, als Gruppe miteinander wieder in die Musikwelt hineinzuwachsen. Auch Sascha Roder machte es „glücklich zu sehen, dass mit solchen untypischen und unkonventionellen Methoden des Hörtrainings alle Teilnehmer in ihrer Fähigkeit bestärkt werden und sich vielleicht sogar mit einem Stück neuer Hörqualität nach vorne entwickeln können".

Fotos: privat

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