• Wolfgang Kaiser

Führung über den Frankfurter Hauptfriedhof für die CI-SHG Frankfurt

Die Einladung zu diesem Ausflug der CI-SHG war zwar recht kurzfristig abgeschickt worden, aber es meldeten sich doch 12 Teilnehmer an, trotz des normalen Arbeitstages am 04.07. Nach dem kalten und verregneten Wochenende meinte es Petrus gut mit unserer Gruppe und bei strahlendem Sonnenschein führte uns die Historikerin und Stadtführerin Frau Silke Wustmann erst einmal in die Geschichte dieses Friedhofes ein.

Es war der erste kommunale Friedhof der Stadt und lag damals weit außerhalb der Stadttore, etwa ¼ Stunde Fahrzeit mit der Kutsche und lag noch außerhalb der äußersten Wallanlagen, heute der Alleenring. Bisher waren die Friedhöfe ja „Kirchacker“ in unmittelbarer Nähe der entsprechenden Kirche. Es war revolutionär, was damals die Stadtväter planten und ausführen ließen, einschließlich der Nutzungsbedingungen, die so manchen Protest der Bürgerschaft heraufbeschworen und auf Dauer nicht durchgehalten werden konnten.

In meiner Einladung habe ich mich geirrt mit der Aussage: „Spaziergang durch 105 Jahre Frankfurter Geschichte“, es sind fast 200 Jahre seit der Eröffnung des ersten Teils vergan-gen.

Frau Wustmann führte uns zuerst zu den Grabstätten von zwei bedeutenden Bürgermeistern, dem Grab von Dr. Johannes von Miquel und von Walter Kolb, gleich im Bereich des alten Hauptportals.

Herzerfrischende Anekdoten zu den jeweiligen Persönlichkeiten und sachkundige Hinweise auf die Stilelemente an den Grabstätten und auch zu den Gepflogenheiten, dass vor 200 Jahren und noch bis ins 20. Jahrhundert in solchen Ehrengräbern keine Verwandten beigesetzt werden durften, noch nicht einmal die Ehefrauen, lockerten die Führung auf.

Es ging in bunter Reihenfolge von Bürgermeistern über Wissenschaftler, Musiker, Literaten und Erfinder zu “nur“ etwa 25 Grabstellen bedeutender Leute von den über 600 Gräbern auf dem ältesten Teil des Hauptfriedhofes, und doch war die vereinbarte Zeit von 2 Stunden schnell vorbei.

Ein kleines Grab bildete praktisch den Abschluss der Führung: Pauline Schmidt.“ Viele werden jetzt fragen: „Wer war das denn?“, doch fast alle werden das Kind kennen, es ist das Paulinchen aus dem Struwwelpeter. Fast alle Geschichten im Struwwelpeter haben ein reales Ereignis als Hintergrund, das von Heinrich Hofmann in seinem Bilderbuch verarbeitet wurde. Paulinchen ist zwar nicht verbrannt im Elternhaus, aber früh gestorben an Tuberkulose. Die damals üblichen Streichhölzer neigten zur Selbstentzündung, wenn sie z.B. geschüttelt wurden. Erst nach diesem Brand in der Frankfurter Altstadt wurde von einem Frankfurter das Verfahren entwickelt, bei dem, wie heute noch üblich, an einer externen Reibfläche die Streichhölzer entflammt werden können. Der schwedische König erfuhr davon, auch dass der Frankfurter Erfinder sich dieses Verfahren nicht hatte patentieren lassen, ließ Landsleute diese Streichhölzer fertigen und patentieren, weshalb noch heute von Schwedenhölzern gesprochen wird, die eigentlich Frankfurthölzer heißen müssten.

So endete die Führung über den Hauptfriedhof mit der flammenden Idee der Sicherheits-Streichhölzer und dem Wunsch einer Fortsetzung im nächsten Jahr, es gilt noch 90 % der heutigen Ausdehnung des Hauptfriedhofes zu erkunden

 

Bilder Jutta Skroch und Wolfgang Kaiser:

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